Ischiasschmerzen: Symptome, Ursachen und Behandlung bei Ischialgie

Wenn stechende Rückenschmerzen bis in die Beine hineinschießen, handelt es sich häufig um den gefürchteten Ischias. Ischiasschmerzen können sehr belastend sein. Denn die Schmerzen strahlen aus und nicht selten machen sie jede Bewegung zur Qual.

Wie Ischiasschmerzen entstehen, ihre Behandlung und an welchen Symptomen Du sie erkennen kannst, erfährst Du in dem nachfolgenden Artikel. Außerdem findest Du hier hilfreiche Tipps zur Vorbeugung und wie Du Ischiasschmerzen durch Übungen und Hausmitteln unterstützend behandeln kannst.

Was ist ein Ischias?

Dabei handelt es sich um die umgangssprachliche Bezeichnung für eine schmerzhafte Reizung oder Störung des Ischiasnervs. Mediziner fassen diese unterschiedlichen Beschwerden, die sich in Form von Ischiasschmerzen ausdrücken, unter dem Begriff Ischialgie zusammen.

Der Ischiasnerv ist der stärkste und längste Nerv im menschlichen Körper. Bekannt unter dem medizinischen Namen Nervus ischidiacus, entspringt er an der Lendenwirbelsäule aus dem Rückenmark und zieht sich jeweils über eine Seite des Gesäßes hinab über die Rückseite der Oberschenkel. Bei etwa 20 Prozent der Menschen verläuft der Nerv durch den Gesäßmuskel hindurch. Etwa auf Höhe der Kniekehlen teilt sich der Nervenstrang schließlich in die Unterschenkelnerven, die bis zu den Füßen verlaufen.

Zu den Hauptaufgaben des Ischiasnervs gehört es, die Beinmuskulatur zu versorgen und sensorische Informationen von den unteren Extremitäten an das Gehirn weiterzuleiten. In entgegengesetzter Richtung überträgt es außerdem Befehle des Zentralnervensystems, sodass Du zum Beispiel deine Füße und Beine bewegen kannst.

Die häufigsten Ursachen und Risikofaktoren bei Ischiasschmerzen

Zu den häufigsten Ursachen für Ischiasschmerzen gehören Bandscheibenvorfälle. Denn dabei kann der Ischiasnerv leicht eingeklemmt werden. Eine Bandscheibenwölbung, die Vorstufe des Bandscheibenvorfalls, und andere Veränderungen an der Wirbelsäule können einen ähnlichen Effekt haben. Darüber hinaus gibt es viele weitere Gründe für Ischiasschmerzen. Dazu gehören:

  • Verletzungen an den Wirbelkörpern oder dem Rückenmark
  • Entzündungen rund um die Bandscheiben, Wirbelkörper oder der Nervenwurzel
  • Verspannung der Gesäßmuskulatur. Insbesondere der Hüftmuskel kann bei einer Verhärtung Druck auf den Nerv ausüben. Diese Erkrankung wird als Piriformis-Syndrom bezeichnet
  • Fehlstellungen oder Fehlhaltungen der Wirbelsäule
  • Langes Sitzen und wenig Bewegung
  • Bakterielle Infektionskrankheiten wie Borreliose oder Gürtelrose
  • Chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes oder Rheuma
  • Falsches Anheben oder ruckartige Bewegung
  • Zugluft insbesondere nach Nässe oder Sitzen auf kaltem Untergrund

Einige Menschen scheinen aufgrund ihrer Statur, den Umständen oder Lebensweise besonders anfällig für Ischiasschmerzen zu sein. So sind zum Beispiel Menschen mit Übergewicht und Raucher häufiger betroffen. Ein ähnliches Risiko besteht auch für besonders groß gewachsene oder Personen, die sich regelmäßig starken körperlichen Belastungen und Stress aussetzen.

Während einer Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Ischiasschmerzen. Häufig entstehen die stechenden Schmerzen durch Gewichts- und Hormonveränderungen sowie Venenstauung. Im späteren Verlauf kann das ungeborene Kind außerdem je nach Lage Druck auf den Ischiasnerv ausüben und die Schmerzen verursachen.

Das sind typische Symptome einer Ischialgie

Die Beschwerden bei einer Ischialgie können schleichend oder unvermittelt auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören Rückenschmerzen, die über das Gesäß bis in die Füße ziehen können. Viele Betroffene haben auch sensorische Missempfindungen. Diese können sich zum Beispiel in Form eines Brennens, Kribbelns oder auch eines Taubheitsgefühls in den Beinen ausdrücken.

Je nach Ursache der Ischiasschmerzen können sich die Symptome darüber hinaus leicht unterscheiden. Ist die Ursache zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall, verstärken sich die Rückenschmerzen durch Bewegung, beim Stuhlgang oder beim Husten und Niesen deutlich. Wenn die Schmerzen jedoch in der Nacht beim Ruhen zunehmen, spricht das für einen entzündlichen Prozess als Ursache.

Sehr selten können Symptome wie Lähmungserscheinungen oder Inkontinenz auftreten. In einem solchen Fall solltest Du dringend einen Arzt aufsuchen. Da es sich um ein schwerwiegendes Problem handeln könnte.

Ischias Behandlung: Darauf kommt es an

In erster Linie ist es wichtig die Schmerzen möglichst schnell zu lindern. Denn halten die Rückenschmerzen länger an, kann sich ein Schmerzgedächtnis im Gehirn entwickeln. In diesem Fall können die Schmerzen chronisch werden.

Darüber hinaus gilt es die Ursache für die Ischiasschmerzen zu finden. Das erlaubt eine effektivere Behandlung der Beschwerden. Bei starken Schmerzen kann anfangs ein leichtes Schmerzmittel helfen, um weitere Verspannungen zu verhindern und Bewegung wieder möglich zu machen.

Wenn die Ursache frühzeitig erkannt und eine passende Behandlung eingeleitet wird, können Ischiasschmerzen vollständig abheilen. Physiotherapie, Massagen, Wärmebehandlung und andere konservative Behandlungsmethoden haben sich gegen Ischiasschmerzen bewährt.

Mann massiert den Rücken einer Frau

So kannst Du Ischiasschmerzen mit Übungen und Hausmitteln behandeln

Neben den konservativen Behandlungsmöglichkeiten kannst Du bei Ischiasschmerzen auch Übungen und verschiedene Hausmittel einsetzen.

Wie bereits erwähnt, können Ischiasschmerzen durch entzündliche Prozesse ausgelöst werden. Es gibt verschiedene Lebensmittel, die für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt sind. Statt Medikamente einzunehmen, kannst Du dafür auch auf natürliche Mittel zurückgreifen. Besonders empfehlenswert sind dabei Ingwer und Kurkuma. Der in Kurkuma enthaltene Stoff Curcumin wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Bei Ingwer hat das ätherische Öl Gingerol eine ähnliche Wirkung.

Ein Getränk aus warmer Milch mit einem Teelöffel Kurkuma und einem Teelöffel Ingwer kann Dir dabei helfen die Schmerzen zu lindern und Entzündungen abzubauen und vorzubeugen. Nach Belieben kannst Du dein Getränk zusätzlich mit Zimt und Honig verfeinern.

Sind Anspannung und Stress verantwortlich für die Ischiasschmerzen, kann ein Baldriantee helfen. Seine ätherischen Öle helfen nicht nur gegen mentale Anspannung, sondern wirken auch entspannend auf die Muskulatur und können Verspannungen lösen. Für eine Tasse Tee benötigst Du einen Teelöffel getrocknete Baldrianwurzel. Die Ziehzeit für Baldriantee beträgt zehn Minuten.

Zusätzlich zu den Hausmitteln kannst Du Ischiasschmerzen mit Übungen entgegenwirken. Entlastung bei akuten Ischiasschmerzen liefert die Stufenlagerung. Dazu liegst Du mit dem Rücken flach auf dem Boden. Die Beine liegen erhöht, wobei Knie und Hüftgelenke im 90 Grad Winkel gebeugt sind. Behalte diese Position für maximal 15 Minuten bei und atme tief ein und aus.

Darüber hinaus können sanfte Dehnübungen helfen Ischiasschmerzen zu lösen. Lege dich auf den Rücken und winkle das rechte Bein an. Greife mit der linken Hand zum rechten Knie und ziehe das rechte Bein sanft auf die linke Seite. Die Arme sind vom Körper weggestreckt und die Schultern bleiben auf dem Boden. Halte die Position einige Sekunden und wechsle dann die Seite.

Mit diesen Tipps und Tricks kannst du Ischiasschmerzen vorbeugen

Ganz vermeiden lässt sich das Risiko für Ischiasschmerzen nie. Mit den folgenden Tipps kannst Du jedoch zumindest das Risiko erheblich verringern.

  • Stärke deine aufbauende Rückenmuskulatur. Das verringert nicht nur die Wahrscheinlichkeit für Ischiasschmerzen, sondern auch viele andere Ursachen für Rückenschmerzen. Denn ein gestärkter Rücken ist widerstandsfähiger und weniger anfällig.
  • Vermeide zu langes Sitzen. Versuche spätestens nach einer Stunde aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen und strecke dich, um Verspannungen der Gesäßmuskulatur zu vermeiden.
  • Gewöhne dir die richtige Hebetechnik an und vermeide plötzliche Bewegungen. Das verhindert nicht nur das Risiko für Ischiasschmerzen, sondern ist auch gegen alle anderen Arten von Rückenbeschwerden nützlich.
  • Achte auf eine ausreichende Aufnahme von Magnesium. Denn der Mineralstoff ist für die Funktion der Muskeln wichtig. Ein Mangel kann zu Muskelkrämpfen führen.

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