Iliosakralgelenk-Syndrom – Ursachen, Prognose und Behandlungsmöglichkeiten

Oftmals ist für Schmerzen im unteren Rücken eine Blockade des Iliosakralgelenks verantwortlich. Das sogenannte ISG-Syndrom verursacht jedoch nicht nur starke Schmerzen, sondern auch Bewegungseinschränkungen und Empfindungsstörungen in den Beinen.

Im Folgenden kannst Du nachlesen, was das ISG-Syndrom verursacht, wie es diagnostiziert wird und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

orthopäde behandelt Iliosakralgelenk-Syndrom

Was ist das Iliosakralgelenk-Syndrom?

Das Iliosakralgelenk verbindet den unteren Teil der Wirbelsäule, also das Kreuzbein, mit dem Darmbein des Beckens. Kommt es zu einer Fehl- oder Überbelastung dieses Gelenks, welches sich im Übrigen nicht aktiv bewegen lässt, dann führt das unter Umständen zu der Entstehung des ISG-Syndroms. Dabei kommt es zu einer Blockade, ausgelöst durch dem Verkanten der einzelnen Gelenkflächen des Iliosakralgelenks.

Leidet ein Patient unter Schmerzen im unteren Rücken, ist in einem Fünftel aller Fälle das Iliosakralgelenk eines der Auslöser der Beschwerden. Etwa 70 % aller Deutschen erkranken im Laufe ihres Lebens an dem ISG-Syndrom. Andere Bezeichnungen sind ISG-Blockade oder Kreuzbein-Darmbein-Blockade.

An diesen Symptomen erkennst Du das ISG-Syndrom

Hauptsymptome des ISG-Syndroms sind Schmerzen im unteren Rücken und oberen Beckenbereich. Die Schmerzen verschlimmern sich in der Regel bei Bewegung und insbesondere bei bei Beugung und Drehung des Rumpfes, sowie nach langem Sitzen.

Die Beschwerden strahlen in vielen Fällen über das Gesäß und die hinteren Oberschenkel bis hin zu den Knien aus. Schmerzen im Leistenbereich und im Unterbauch sind ebenfalls möglich, da sich zusätzlich auch der Lenden-Darmbeinmuskel verspannt.

Ein weiteres vorkommendes Symptom ist ein Kribbeln in den Beinen, das auf einen eingeklemmten Nerv zurückzuführen ist. Manche Patienten leiden ebenso unter Bewegungseinschränkungen im Bereich der Hüfte.

Das sind die Ursachen und Risikofaktoren für das ISG-Syndrom

Oftmals entsteht das ISG-Syndrom durch eine Fehlbelastung oder Fehlstellung des Bandapparates des Iliosakralgelenks. Dazu kommt es beispielsweise durch zu schweres Heben oder eine generelle Fehlhaltung. Besonders Übergewicht erhöht das Risiko für eine solche Fehlbelastung. Diese löst dann eine Entzündungsreaktion aus, welche zu den beschriebenen Schmerzen führt.

Besonders häufig kommt das ISG-Syndrom bei Schwangeren auf. Das liegt vor allem an der hormonellen Umstellung des Körpers und einer damit verbundenen Lockerung der Bänder des Iliosakralgelenks. Dieses verliert dann an Stabilität und der Rücken übernimmt einen Teil der Funktionen des Beckens. Weil es dadurch zu Verspannungen der umliegenden Muskulatur kommen kann, fängt diese damit an, wehzutun.

Auch Krankheiten kommen als Ursache für das ISG-Syndroms infrage. Vor allem betrifft das Morbus Bechterew, eine Form von Rheuma. Hierdurch entstehen vermehrt entzündliche Prozesse, welche schmerzhafte Beschwerden und unter anderem auch das ISG-Syndrom auslösen können.

So wird die Diagnose ISG-Syndrom gestellt

physiotherapist-doing-healing-treatment-man-s-back-back-pain-patient-massage-therapistBei einer ärztlichen Untersuchungen werden Dir zunächst Fragen über Deine Krankheitsgeschichte gestellt. Diese betreffen beispielsweise die Art und Dauer Deiner Schmerzen, das Auftreten weiterer Symptome und eine eventuelle familiäre Vorbelastung. Anschließend wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt.

Dein Arzt klopft unter anderem Deine Wirbelsäule ab und testet die Beweglichkeit Deines Beckens und die Intensität der Schmerzen in Deinem Iliosakralgelenk. In manchen Fällen kann auch eine Blutabnahme oder ein CT nötig sein, um weitere Erkrankungen zu erkennen.

Besonders wichtig ist es bei der Diagnosestellung, eventuelle Knochen- oder Wirbelbrüche, sowie Infektionen oder Bandscheibenvorfälle asl Ursache für die Schmerzen auszuschließen.

Diese Behandlungsmöglichkeiten kommen bei einem ISG-Syndrom infrage

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Verbesserung der Symptome eines ISG-Syndroms. Folgende Behandlungsmöglichkeiten gibt es unter anderem:

  • Physiotherapie: Mithilfe von gezielter manueller Therapie können Deine Muskeln und Bänder rund um das Iliosakralgelenks gedehnt und mobilisiert werden. Je nach Notwendigkeit verschreibt ein Arzt auch weitere Maßnahmen wie eine spezielle Elektrotherapie, Magnettherapie oder Akupunktur zur Behandlung des ISG-Syndroms.
  • Bandagen und Wärme: Extra entwickelte Bandagen und Orthesen stabilisieren das Iliosakralgelenk und entlasten es dadurch. Außerdem fördern sie die Durchblutung und tragen so zu einer Verbesserung der Symptome bei. Insbesondere eine Wärmebehandlung unterstützt den Heilungsprozess zusätzlich und lindern vor allem akute Schmerzen des Iliosakralgelenks.
  • Übungen:Unterschiedliche Übungen entlasten und stabilisieren gezielt das Iliosakralgelenk. Dazu gehören insbesondere Dehnungs- und Kräftigungsübungen.
  • Medikamente und Salben: Arzneimittel wie Schmerztabletten, Betäubungspräparate und Salben haben eine schmerzlindernde, entzündungshemmende oder durchblutungsfördernde Wirkung, welche den Behandlungserfolg beschleunigen kann. Besonders örtliche Betäubungsmittel oder auch Kortisonpräparate werden nur dann eingesetzt, wenn die Schmerzen schon sehr lange andauern und besonders stark sind.
  • Operation: Bleiben die Beschwerden an und können durch keine andere Therapieform gelindert werden, kann eine operative Versteifung als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Dabei werden Darm- und Kreuzbein mittels Titanstäbchen miteinander verbunden. So wird das Iliosakralgelenk dauerhaft stabilisiert, was die Schmerzen oft, aber nicht immer, löst.

Krankheitsverlauf und Prognose beim ISG-Syndrom

Besonders bei einem durch Schwangerschaft ausgelösten ISG-Syndrom sind die Beschwerden in der Regel nur vorübergehend. Ist das ISG-Syndrom noch neu und wird zeitnah behandelt, sind die Prognosen recht gut und auch eine spontane Verbesserung der Symptome ist möglich.

Bestehen die Symptome jedoch schon länger, ist eine Behandlung eher schwierig, sodass die Beschwerden dann oftmals von Dauer sind. Das trifft vor allem bei jüngeren Patienten zu. Daher ist es immer vorteilhaft, präventiv zu handeln und Rückenschmerzen vorzubeugen.

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