Rückenschule: So wirst du deine Rückenschmerzen mit dem Konzept der Rückenschule los

Leidest Du häufiger unter unspezifischen Rückenschmerzen und besteht das Risiko einer chronischen Entwicklung, kann die Inanspruchnahme einer Rückenschule Abhilfe schaffen. Die Kurse und Übungen sollen Dir gezielt dabei helfen, deine Rückenschmerzen dauerhaft in den Griff zu bekommen und deine Körperwahrnehmung zu verbessern. Lies hier unter anderem nach, an welche Zielgruppen sich die Rückenschule richtet und welchen Behandlungsstrategien sie nachgeht.

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Was ist die Rückenschule?

Unter der Rückenschule versteht man geleitete Kurse mit Behandlungskonzepten, die Menschen mit Rückenschmerzen helfen sollen. Außerdem beschäftigt sich die Rückenschule mit der Prävention von chronischen Rückenschmerzen.

Die Teilnehmer sollen Übungen erlernen, mit denen sie die Muskulatur ihres Rückens stärken können. Die Idee der Rückenschule geht bereits auf das frühe 19. Jahrhundert zurück, wurde aber vor allem in den letzten 50 Jahren weiterentwickelt.

Heute ist sie sehr verbreitet und findet weltweiten Anklang. Die erste formelle Rückenschule wurde im Jahr 1969 von Zachrisson-Forssell in Stockholm errichtet. Heute gibt es eine Vielzahl von Rückenschulverbänden, die sich teilweise in ihren Zielen und Herangehensweisen etwas voneinander unterscheiden.

Eine Rückenschule wird in der Regel von einem Arzt verschrieben und anteilhaft von der Krankenkasse finanziert.

An diese Zielgruppen richtet sich das Konzept der Rückenschule

Generell ist es natürlich jedem selbst überlassen, ob er sich einer Rückenschule unterzieht und die gezielten Übungen der Rückenschule zur Stärkung ihrer Rückengesundheit durchführt. Insbesondere richtet sich das Konzept der Rückenschule jedoch an Personen, die schon öfter unter Rückenschmerzen gelitten haben, ohne dass sie behandlungsbedürftig erkrankt sind.

Dabei geht es speziell um Betroffene, die sich gewohnheitsmäßig weniger als eine Stunde in der Woche bewegen und deren Verhalten also risikobehaftet für die Entwicklung von Rückenbeschwerden ist. Zu den besonders gefährdeten Personen zählen hierbei beispielsweise auch Menschen, die körperlich belastenden Arbeiten nachgehen.

Teilnehmer einer Rückenschule sollen sich im besten Fall noch weitestgehend schmerzfrei bewegen können und sich schlimmstenfalls im Frühstadium einer Chronifizierung ihrer Rückenschmerzen befinden.

Das sind die Leitziele der Rückenschule

Grundlegendes Ziel einer Rückenschule ist es immer, einer chronische Manifestierung von Rückenschmerzen vorzubeugen. Das geschieht mit Hilfe von verschiedenen Übungen und Trainingseinheiten. Außerdem geht es darum, die körperliche Aktivität im Generellen zu steigern.

Personen, die sonst viel Zeit im Sitzen verbringen und eine fehlerhafte Körperhaltung aufweisen, sollen lernen, ihre Bewegungen bewusst wahrzunehmen. Ihnen wird beispielsweise beigebracht, wie man sich rückenfreundlich hinsetzen und wieder aufstehen kann oder wie es möglich ist, etwas Schweres anzuheben, ohne dabei die Wirbelsäule überzubelasten.

Ebenso werden Strategien zur Stressbewältigung und zur Entspannung vermittelt, die der Patient unter anderem auch im Alltag anwenden kann. Ein weiteres Ziel der Rückenschule ist es, die psychosozialen Fähigkeiten der teilnehmenden Personen zu verbessern.

Sie sollen beispielsweise durch spielerische Inhalte Freude an den verschiedenen Übungen und im Umgang mit der Gruppe erleben. Das wirkt sich einerseits zusätzlich positiv auf die Rückengesundheit aus und ermutigt dem Teilnehmer, auch dauerhaft körperlich aktiv zu bleiben.

Diese Kurse und Inhalte sind Teil der Rückenschule

Die präventiven Rückenschule zählt 11 verschiedene inhaltliche Bausteine als Grundlage der Behandlung auf. Im Folgendes kannst du einen Überblick über diese Bausteine gewinnen:

  1. Körperwahrnehmung: Übungen zur bewussten Wahrnehmung und Erfahrung des eigenen Körpers und seinen Bewegungsabläufen
  2. Training der Motorik: Übungen zur Verbesserung der Koordination, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit
  3. Stressmanagement: Übungen zur Entspannung, beispielsweise durch Atemübungen oder spezielle Methoden wie der Progressiven Muskelentspannung oder des Autogenen Trainings
  4. Spiele: Parcours oder kleinere Aufwärm- und Kennlernspiele
  5. Schulung der Haltung und der Bewegung: Anleitungen zu rückenfreundlichen Verhaltensweisen, die sich sowohl im Alltag als auch auf der Arbeit oder in der Freizeit anwenden lassen
  6. Vermittlung von Wissen: Informationsvermittlung zu Ursachen und Auswirkungen von Rückenschmerzen und zu weiteren nützlichen Themen für den Umgang mit Rückenbeschwerden
  7. Strategien zur Bewältigung von Schmerz: Unter anderem Anleitungen zur Selbsthilfe
  8. Verhältnisprävention: Informationsvermittlung zum Kauf und Einsatz von Stühlen, Betten und anderen Hilfsmitteln und Alltagsgegenständen mit dem Ziel einer rückenfreundlicheren Lebensrealität
  9. Life-Time-Sportarten: Vorstellung von Gesundheitssport wie Wandern, Laufen oder Tanz mit dem Ziel einer dauerhaften Bindung des Patienten an regelmäßiger körperlicher Aktivität
  10. Gespräche: Erfahrungsaustausch und Feedbackgespräche, sowohl einzeln als auch in der Gruppe
  11. Evaluation: Einsatz von Fragebögen oder Testinstrumenten, mit denen der Erfolg der Behandlung evaluiert werden kann

Diese Alternativen gibt es

junge leute gehen zur rückenschule mit yoga matteDie Rückenschule ist bei Weitem nicht die einzige Option zur Bekämpfung der verschiedenen Arten von Rückenschmerzen. Es gibt noch viele weitere Konzepte, die ebenfalls die Stärkung der Rückenmuskulatur und das Lösen von schmerzhaften Verspannungen zum Ziel haben.

Dazu zählen insbesondere Yoga und Pilates. Die verschiedenen Übungen dieser beiden Methoden sollen dabei nicht nur den Körper stärken, sondern stellen zusätzlich die Entspannung und die Bewältigung von Stress in den Vordergrund ihrer Therapieansätze. Das macht die Konzepte besonders sinnvoll für Personengruppen, deren Rückenprobleme psychisch- oder stressbedingt sind.

In anderen Fällen reicht körperliches Training zur Beseitigung von Rückenschmerzen nicht aus. Das gilt beispielsweise beim Vorliegen von zugrundeliegenden Erkrankungen oder Verletzungen. Leidest Du unter sehr starken Beschwerden oder werden sie auch nach ein paar Wochen nicht weniger, solltest Du daher unbedingt eine Arzt zur genaueren Abklärung zurate ziehen.

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